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Der Hof von Familie
Dritsch liegt ganz am Ende
von Michelbach etwas abseits der Straße nach
Reichelsheim. |
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Schon von Weitem ist zu erkennen, dass dies heute ein besonderer Tag ist. |
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Am Hoftor begrüßt Pfarrer Armin Mohr die Besucherinnen und Besucher. |
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Im Hintergrund spielt der Posaunenchor... |
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... und auf einem erhöhten Platz ist ein festlicher Altar aufgebaut. |
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Hier soll der Erntedankgottesdienst in diesem Jahr gefeiert werden. |
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Die Besucher/innen kommen von Osten... |
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... und Westen.... |
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... mit dem Auto oder mit Wanderausrüstung. |
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Letzte Vorbereitungen am Suppenkessel... |
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... letzte Absprachen mit den Liturginnen. |
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Auch der Kirchenchor ist auf seinem Platz. |
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Jetzt kann der Gottesdienst beginnen. |
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Traditioneller Blick in die Tuba. |
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Alle Plätze sind belegt... |
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... als Armin Mohr seine
Ansprache beginnt. (Text am Ende des Bildberichts) |
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Es gibt viele Mitwirkende
bei diesem Gottesdienst: Die Liturginnen... |
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... die Konfirmandinnen und Konfirmanden .... |
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.. Mitarbeiterinnen und Kinder aus dem Sarolta-Kindergarten. |
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Die Predigt richtet sich zwar eigentlich speziell an die vielen Kinder... |
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... aber natürlich dürfen auch die Erwachsenen zuhören. |
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Und alle folgen aufmerksam
den Worten von Armin Mohr. Zum Predigttext. |
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Noch einmal die Liturginnen... |
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... uein Blick auf den Kirchenchor.... |
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... ein Blick in die Menge... |
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... und zu den Helfern vom Kirchenvorstand. |
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Die zweite Konfirmanden-Gruppe spricht den Segen zum Schluss des Gottesdienstes. |
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Johannes Würmseer in seinem Element. |
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Die Suppe ist fertig! |
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Bei dem großen Andrang... |
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... wird der Kessel schnell leer. |
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Aber keine Angst, es gibt noch Nachschub. |
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Supp und Kuche - wie in jedem Jahr. |
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Und auch ein vertrautes Bild: Der Mann an der Spülmaschine. |
| Ansprache Liebe Gottesdienstgemeinde, auch in diesem Jahr feiern wir unseren Erntedankgottesdienst auf dem Bauernhof in einer für die Landwirtschaft und die in der Landwirtschaft tätigen Menschen sehr schwierigen Zeit. Seit dem letzten Jahr hat sich kaum leider etwas verändert. Noch immer stehen die von den Landwirten und ihren Familien erbrachten Leistungen in keinem gerechten Verhältnis zu dem, was sie für ihre Arbeit und ihren finanziellen Einsatz erhalten. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind im Keller. In Brüssel wird gerade in diesem Monat wieder heftig über Subventionen gestritten. „Das Milliardenspiel“ überschrieb die Odenwälder Heimatzeitung ihren Leitartikel, in dem sie am 22. Sept. zu den Ereignissen in Brüssel kritisch Stellung nahm. Aber nicht nur die Bauern leiden unter der Krise. Die „Vereinten Nationen“ führen einen verzweifelten Kampf gegen die weltweite Armut, den Hunger und das Elend der unter Krankheit, Seuchen und Naturkatastrophen leidenden Menschen. Nach neuesten Angaben der Weltbank haben über eine Milliarde Menschen auf unserer Welt immer noch nicht genug zu essen und müssen Tag für Tag Hunger leiden. Viele – vor allem Kinder – verhungern. Die Welt muss sparen, wenn sie hier langfristig etwas ändern will. Dass wir auch in unserem Land sparen müssen, ist angesichts der alarmierenden Zahlen jedem klar. Dass jedoch nach dem Willen der Regierung in unserem Land ausgerechnet die Schwächsten die Zeche für die Folgen einer Krise zahlen sollen, die sie nicht verursacht haben, können viele – zu Recht, wie ich meine – nicht verstehen. In selten so zu findender Übereinstimmung kritisieren die Wohlfahrtsverbände, die Caritas, das Diakonische Werk, die Bischofskonferenz der Röm. Kath. Kirche und auch unsere Ev. Kirche in Hessen und Nassau – an ihrer Spitze unser Kirchenpräsident Dr. Volker Jung - die Sparpläne der Bundesregierung. Es sei völlig verfehlt, sagen sie in großer Übereinstimmung, bei den Menschen den Rotstift anzusetzen, die bereits in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Liebe Gemeinde, angesichts dieser Situation geht es in unserem Erntedankgottesdienst heute um zweierlei: · Wir wollen um Mut und Kraft bitten, dass wir solidarisch unsere Stimme erheben - für die, die für uns in der Landwirtschaft arbeiten - und für die die, jetzt durch das geplante Sparpaket der Regierung von verschärfender Armut bedroht sind. · Und wir wollen Gott danken für alles, was wir letztlich nur als Geschenk erhalten können. Und mit Dank wollen wir unseren Gottesdienst jetzt beginnen Lied 1: Danke für diesen guten Morgen |
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Predigt Liebe großen und kleinen Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstessucher, „Ich bin da, das ist wahr, das ist wunderbar!“ Das habt Ihr, liebe Kindergarteninder, eben gesungen. „Ich bin da!“ Das hat auch Ludwig gewusst. Aber eines Tages hat er etwas ganz wichtiges dazu gelernt. Davon möchte ich Euch heute erzählen. Ludwig war mit seiner Mutter zu Fuß unterwegs. Sie wollten die Oma besuchen, die am anderen Ende des Dorfes wohnte. Oma hatte nämlich Geburtstag. Ludwig freute sich schon auf den Kuchen, denn Oma konnte ganz phantastisch backen. Im Kindergarten hatte er Ihr ein Bild gemalt. Ob sie sich darüber genauso freuen würde wie er über ihren Kuchen? Als sie an der bunten Sommerwiese vorbeikamen, blieb die Mutter plötzlich stehen. „Schau mal, Ludwig“, sagte sie. „Diese vielen bunten Blumen. Sie haben alle eine andere Farbe und sehen auch sonst ganz verschieden aus. Das hat der liebe Gott Klasse gemacht, findest du nicht auch?“ „Der liebe Gott hat die Blumen gemacht?“ fragte Ludwig und schaute die Mutter mit ungläubigen Augen an. „Na klar!“, sagte die Mutter mit sehr bestimmten Ton. „Und nicht nur die Blumen! Alles, was es auf unserer Welt gibt, hat Gott gemacht!“ „Nur mich nicht!“, fiel ihr Ludwig beinahe ins Wort. „Mich hast Du geboren und nicht der liebe Gott!“ „Aber der liebe Gott hat dich in meinem Bauch wachsen lassen“, antwortete die Mutter. „Und als du dann geboren wurdest, da warst du eigentlich schon fix und fertig. Noch sehr klein, aber fix und fertig! Du konntest schon alleine atmen und trinken, du konntest schreien und lachen, strampeln und – in die Windeln machen. Du warst ein fertiger, ganz kleiner Mensch, an dem schon alles dran war!“ Ludwig hörte gespannt zu. Er hatte es gern, wenn die Mutter davon erzählte. „Und was war dann?“, fragte er Etwas später haben wir dich zur Taufe in die Kirche gebracht. Wir haben gebetet und dem lieben Gott gedankt, dass wir dich so lebendig bei uns haben. „Habt Ihr laut gebetet?“, fragte Ludwig. „Ich habe leise gebetet. So leise, dass es sonst niemand gehört hat“, sagte die Mutter. „Nur der liebe Gott“, flüsterte Ludwig. „Dann hat der liebe Gott auch mich geschaffen“, sagte Ludwig und war einen Augenblick ganz still. Aber dann prustete es aus Ludwig heraus: „Jetzt weiß ich’s! Du hast mich so geboren, wie mich der liebe Gott geschaffen hat!“ Wieder war Ludwig wieder einen Augenblick lang ganz still. „Aber, warum hat das so lange gedauert? Hätte der liebe Gott mich nicht ein bisschen schneller machen können?“ Die Mutter lächelte und dann bückte sie sich, denn am Wegrand hatte sie im Gras etwas entdeckt, das sie aufhob und Ludwig zeigte. „Dieses leere Schneckenhaus kann dir eine Antwort auf deine Frage geben“, sagte sie. „Auch die Schnecke, die einmal in diesem Haus wohnte, hat der liebe Gott geschaffen. Und wie allen Pflanzen, Tieren und Menschen hat Gott auch den Schnecken Zeit geschenkt. Aber bei den Schnecken sieht man, dass sie Zeit haben. Schnecken kommen an ihr Ziel, ohne sich abzuhetzen. Und außer ihrem Haus, das sie immer dabei haben, brauchen sie nichts. Sie sind zufrieden mit dem, was sie haben.“ Ludwig hörte der Mutter ganz genau zu. Das war spannend, was sie da erzählte. „Wir Menschen sind da ganz anders.“, sagte die Mutter. „Wir wollen immer mehr und immer mehr haben und dann auch noch ganz schnell.“ Die Mutter gab Ludwig das leere Schneckenhaus. Er hielt es fest in seiner Hand und hörte weiter gespannt zu. „Aber manchmal“, erzählte die Mutter weiter, „manchmal werden wir daran erinnert, dass wir Geduld brauchen, wenn wir wirklich glücklich leben wollen. So ein leeres Schneckenhaus kann uns daran erinnern, die geschenkte Zeit zu nutzen. Und dann können wir beobachten wie das Korn wächst, wie die Äpfel an einem Baum reif werden oder wie ein Kind im Bauch seiner Mutter immer mehr wächst und eines Tages dann fix und fertig geboren wird.“ „Für die Babys sagen die Eltern dem lieben Gott bei der Taufe ‚Danke’. Aber wo dankt man Gott für all das andere, das er uns schenkt?“ fragte Ludwig. „Dafür gibt es ein extra Fest.“ sagte die Mutter. „Beim Erntedankfest danken wir Gott für alles, was er uns schenkt und dafür, dass er uns und die ganze Welt fest in seiner Hand hält und dass er will, dass wir gut auf alles aufpassen.“ Und dieses Fest, liebe großen und kleinen Gottesdienstessucherinnen und Gottesdienstbesucher, feiern wir heute hier auf dem Hof der Familie Dritsch in Michelbach. Lied: Er hält die ganze Welt in seiner Hand |
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